Spuren und Auswirkungen der

Reformation


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Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg und veränderte damit nicht nur die kirchliche Welt.

Im Jahr 2017 wird auch im "Lieblichen Taubertal" zwischen Rothenburg o.d.T. und Freudenberg am Main "500 Jahre Reformation" gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungen laden dazu ein, sich auf die Spuren Martin Luthers zu begeben.

Die Reformationsradtour führt zu den Orten im "Lieblichen Taubertal", an welchen der Einfluss Luthers spürbar wurde. Folgende Orte sind eingebunden:


Rothenburg ob der Tauber


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Wie in einem Brennspiegel lassen sich in Rothenburg o.d.T. die Wirren der Reformationszeit und herausragende Leistungen der deutschen Spätgotik und Renaissance erfassen. Bereits früh war die Stadt der reformatorischen Bewegung zugetan, doch der Bauernkrieg von 1525 verzögerte die Einführung der Lehre Martin Luthers. Neben Tilman Riemenschneiders Altäre treten Bildprogramme der Renaissance an Rothenburgs Brunnen, der Rathausfassade und an der alten Lateinschule auf.
Stadtführungen lassen die Umbruchszeit des 16. Jahrhunderts wieder lebendig werden. Zwei große Ausstellungen im Reichsstadtmuseum und Mittelalterlichen Kriminalmuseum begleiten den Themenschwerpunkt im Rahmen der Lutherdekade. Auch eine Pauschale ist buchbar.


Creglingen


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In Creglingen sind die Spuren in der Holdermühle, im Fingerhutmuseum und in der Herrgottskirche zu finden.
Holdermühle: In der Gaststätte Holdermühle verläuft mitten durch den Gastraum die Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg.
Fingerhutmuseum: Im Fingerhutmuseum kann ein "Luther-Fingerhut" bestaunt werden. Das 25 mm hohe Silberschmuckstück weist in gotischen Spitzbögen auf Meilensteine aus Luthers Lebenslauf hin.
Herrgottskirche: Die Herrgottskirche wurde im ausgehenden 14. Jahrhundert erbaut. Sie stand hoch in der Gunst der Pilger. Sie beherbergt den Marienaltar von Tilman Riemenschneider. Mit Luthers Hammerschlägen zum Thesen-Anschlag wurde das Ende der Pilgerbewegung eingeläutet.


Creglingen-Frauental


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Vor dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert, das im Bauernkrieg stark zerstört wurde, ist heute für Besucher nur noch die Klosterkirche frei zugänglich. Sie ist in der Form einer "Oberkirche" und "Unterkirche" mit gemeinsamen Chrorraum erbaut. In der "Unterkirche" sind für den Besucher das Kreuzrippengewölbe, der barocke Taufstein und der Altarbogen mit Apostelportraits und auch die "Mumien" von Interesse. Die "Oberkirche" - einst Nonnenbereich - präsentiert die Ausstellung "Vom Kloster zum Dorf".


Weikersheim-Schäftersheim


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Die Bedeutung des ehemaligen Prämonstratenserinnenklosters in Schäftersheim (in Folge der Reformation aufgehoben) nahm während der Reformation immer mehr ab. Im Bauernkrieg wurde das Kloster vom Taubertäler Haufen geplündert. Heute ist der Straßendurchbruch durch den Südwestflügel des ehemaligen Klosters die Schäftersheimer Besonderheit. An das einstige Prämonstratenserinnenkloster und den Klostergarten erinnern eine Nonne und eine Informationstafel.


Weikersheim


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Stadtkirche St. Georg:
Vor der Reformation war die Kirche Wegekirche, mit durch Stufen getrenntem Chrorraum und einem Hochaltar. Mit der Reformation gab es nach und nach Veränderungen durch das neue lutherische Gottesdienstverständnis: Entfernung der drei Altäre, stattdessen: Tischaltar in der Gemeinde zur Feier des gemeinsamen Abendmahles, Einführung einer Kanzel und Veränderung der Sitzordnung.
Schlosskapelle:Besichtigung der Ansbacher Kanzelwand: Kanzel, Altar und Orgel befinden sich direkt übereinander in einer Verbindungslinie. Diese symbolisiert die zentrale Bedeutung des Wort Gottes.


Bad Mergentheim


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Der Deutsche Orden ist nicht nur durch die Sendschrift Luthers "An die Herren deutschen Ordens", welche im Original ausgestellt wird, betroffen, sondern viel grundlegender: Der Deutschordensstaat Preußen ist der erste Staat überhaupt, der wegen der Reformation säkularisiert wurde, und ohne diese Entwicklung wäre Mergentheim nie Hauptsitz des Hochmeisters geworden. Schließlich etablierte sich im Deutschen Orden eine in der neuzeitlichen Reichsgeschichte einzigartige Trikonfessionalität: Katholiken, Lutheraner und Reformierte gehörten bis zum Ende des Reiches gleichberechtigt dem Orden an.
Alle Entwicklungen sind im Deutschordensmuseum dargestellt. Neue Ausstellungstafeln weisen auf diese Episoden hin.


Königshofen


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Eine der letzten Schlachten des Bauernkrieges wurde 1525 auf dem Turmberg bei Königshofen geschlagen. Auch heute ist noch von Interesse, welche politischen und sozialen Bedingungen zu den Aufständen der kleinen Leute führten und wie Martin Luther diese mit seinen Schriften beeinflusst hat. So zeigte vor allem Luthers revolutionäre Schrift "Von Freiheit eines Christmenschens" nachhaltige Wirkung.


Gerlachsheim


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Die barocke Klosterkirche "Heilig Kreuz" bietet einige Hinweise auf die Gegenreformation. Kirche und Kloster gehören zum Prämonstratenserorden, der vom hl. Norbert gegründet worden ist.
Es finden sich Hinweise auf die (Gegen)Reformation im zweiten Deckengemälde der Kirche und am Hochalter.
Durch den Bauernkrieg soll das Kloster so viel Schaden genommen haben, dass die Prämonstratenserinnen längere Zeit nach Lauda umziehen mussten- so eine Notiz des Würzburger Chronisten Lorenz Fries, der aber nur bedingt Glauben zu schenken ist.


Niklashausen


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Im Jahr 1476 zog der junge Wanderhirte Hans Böhm, heute bekannt als der "Pfeiferhannes", mit seinen Predigten tausende Wallfahrer aus ganz Deutschland nach Niklashausen. Seine Anliegen können vorreformatorisch genannt werden, wandte er sich doch gegen Ausnutzung und Bevormundung der einfachen Menschen durch kirchliche und weltliche Obrigkeit. Gegenüber der evangelischen Kirche, genannt "der kleine Dom im Taubertal", informiert das Pfeifermuseum u.a. über die historischen Ereignisse. In der Kirche sind als Relikte noch heute ein eichener Fensterladen an einem Pfosten rechts des Eingangs mit der Jahreszahl 1476 und ein Reliefstück oberhalb des Eingangs zu erkennen.


Bronnbach


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Am 23.11.1518 wurde Clemens Leusser als Bauernsohn bei Hardheim geboren. In das Kloster Bronnbach trat er 1533 ein. Dort gewann er das Vertrauen des Abtes Markus Hauck und seiner Mitbrüder und wurde bei dessen Tod 1548 einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Unter Einfluss des Grafen Michael III. von Wertheim wandte er sich reformatorischen Ideen zu. Aufgrund dessen wurde 1552 das Kloster evangelisch. Nur drei Ordensbrüder sind dem alten Glauben treu geblieben. Schon 1554 in den Hof des Klosters Bronnbach in Wertheim (heutiges Rathaus Wertheim) übergesiedelt, musste Leusser in den gegenreformatorischen Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Würzburg sein Amt schließlich aufgeben.


Wertheim


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Stiftskirche:
Das Grabmal von Graf Georg II. weist in der Inschrift des Denkmals auf sein Wirken zur Reformation hin:
Auf dem Reichstag in Worms 1521, der Luther zum Widerruf bewegen sollte, lernte Graf Georg II. von Wertheim den Reformator persönlich kennen. Die Begegnung scheint den Grafen stark beeindruckt zu haben: Im Jahr darauf ließ er sich von Luterh einen geeigneten Prediger für Wertheim empfehlen. Ab 1523 war Franz Kolb, ein entschieden reformatorisch gesinnter Prediger, in Wertheim tätig. Nach dem Bauernkrieg holte Graf Georg 1526 mit dem ehemaligen Franziskanermönch Johann Eberlin von Günzburg einen profilierten Lutheraner, Prediger und Humanisten nach Wertheim, der zum eigentlichen Reformator der Grafschaft wurde.


Hier können Sie sich den Flyer herunterladen!

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Kontakt

Tourismusverband
„Liebliches Taubertal“ e.V.
Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim

Telefon +49 9341 825806
Telefax +49 9341 825700

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